Agilität geht in den meisten Unternehmen einher mit einem expliziten Werte-und Kulturwandel

Digi­ta­li­sie­rung und Agi­li­tät erfor­dern ein ande­res Arbei­ten, neue Denk- und Hand­lungs-Logi­ken, eine neue Form von Füh­rung. In dem Zusam­men­hang geht es vor allem auch darum, dazu­ge­hö­rige Werte und Kul­tur neu beleuch­ten. VIVIAN THUM BUSINESS COACHING unter­stützt Sie als ver­sierte Wand­lungs-Hel­fe­rin darin, den ent­spre­chen­den Werte- und Kul­tur­wan­del­pro­zess für Ihre Füh­rungs­kräfte und Teams aus dem Raum Köln/ Bonn ziel­ge­rich­tet und pro­fes­sio­nell zu gestal­ten.

Was Kultur bedeutet und warum es so wichtig ist Kultur- und Wertewandel explizit zum Thema zu machen

Agi­li­tät setzt auf neue For­men, Prin­zi­pien und Werte der Zusam­men­ar­beit. Das erfor­dert in vie­len Fäl­len einen Bruch mit Alt­be­kann­ten, einen bewuss­ten Kul­tur- und Wer­te­wan­del. Doch was ist eigent­lich Kul­tur? Und warum müs­sen wir Kul­tur bewusst zum Thema machen, um sie zu ver­än­dern?

Das Kultur-Ebenen-Modell nach Edgar E. Schein

Die Kul­tur eines Unter­neh­mens lässt sich nach Edgar E. Schein stark ver­ein­facht in Form eines 3‑E­be­nen-Modells dar­stel­len: An der obers­ten Ebene fin­den wir das, was sicht­bar ist  — näm­lich bestimmte Sym­bole oder Ver­hal­tens­wei­sen. In der mitt­le­ren Ebene ver­or­ten sich bestimmte, zum Teil auch unbe­wusste Werte und Nor­men, an die sich der Groß­teil aller Mit­ar­bei­ter im täg­li­chen Tun hält. Auf unters­ter Ebene lie­gen bestimmte Grund­an­nah­men,  meist kol­lek­tiv unbe­wusst und schwer zugäng­lich.

Ein Bei­spiel dazu: Wenn ich als Externe in ein Unter­neh­men komme, dann werde ich z.B. freund­lich und zuvor­kom­mend am Emp­fang begrüßt. Der Emp­fang ist mit wert­hal­ti­gen Mate­ria­lien, offen und in hel­len Far­ben gestal­tet. Mein Ansprech­part­ner holt mich pünkt­lich ab, wir gehen einen lan­gen Flur zum Bespre­chungs­raum. Beim Blick in die Büros rechts und links fällt mir auf, dass alle Büro­tü­ren offen, die Mit­ar­bei­ter fast alle — tele­fo­nisch oder in klei­nen 2‑er oder 3‑er Grup­pen — im Gespräch sind, vor­wie­gend legere-sport­li­che Klei­dung tra­gen. Alle Bespre­chungs-Part­ner an die­sem Tag sind zuge­wandt, freund­lich und wert­schät­zend. Ins­ge­samt habe ich den Ein­druck, dass ich es mit einem bun­ten, welt­of­fe­nen, kom­mu­ni­ka­ti­ven und ver­bind­li­chen Unter­neh­men zu tun habe.

Kultur- und Wertewandel gehen nur über einen offenen und zielgerichteten Dialog

Kul­tur hat – wie sich am obi­gen Bei­spiel zeigt — ver­schie­denste Facet­ten. Schauen wir genauer hin, lässt sich Kul­tur am ehes­ten durch fol­gende Beob­ach­tun­gen beschrei­ben:

  • Kul­tur spie­gelt sich — bewusst und unbe­wusst — in Inter­ak­tio­nen, in dem, wie sich Men­schen begeg­nen, wie sie sich klei­den, mit­ein­an­der umge­hen und was sie von­ein­an­der den­ken, mit wel­chen Sym­bo­len sie sich umge­ben. Sie spie­gelt sich in dem, was für Men­schen in die­ser Orga­ni­sa­tion Wert hat und Norm ist.
  • Kul­tur ist eng ver­zahnt mit dem jewei­li­gen Sys­tem. Jedes Sys­tem hat seine ganz eigene Kul­tur, sein ganz eige­nes ‚Gesicht‘.
  • Kul­tur wan­delt sich fort­wäh­rend, meist lang­sam, sie bil­det sich oft über meh­rere Jahre ent­lang vie­ler Inter­ak­tio­nen aus.
  • Kul­tur wird oft nicht wirk­lich bewusst wahr­ge­nom­men. Am ehes­ten noch von denen, die von außen neu in ein Unter­neh­men kom­men. Nach ein paar Mona­ten wis­sen dann auch die ‚neuen‘ wie‘s läuft: z.B. wie man sich im Mee­ting ver­hält, um erfolg­reich zu sein.

Das ent­spre­chende Fazit lau­tet: Nur wer über Kul­tur und Werte redet, sich über gelebte Werte und Ver­hal­tens­wei­sen im Kla­ren ist, hat tat­säch­lich auch die Chance, bei­des gezielt zu ver­än­dern, sprich einen bewuss­ten Kul­tur- und Wer­te­wan­del anzu­sto­ßen. Denn genau das brau­chen Agi­li­tät, New Work und Co: Eine bewusste Auf­merk­sam­keit und Hal­tung, einen offe­nen Dia­log über gelebte Werte und Kul­tur sowie das ziel­ge­rich­tete Neu-Gestal­ten von Inter­ak­tion und Kom­mu­ni­ka­tion.

Je stär­ker ein Unter­neh­men – bewusst oder unbe­wusst — von dem ent­fernt ist, was  agile Werte, Prin­zi­pien und Vor­ge­hens­wei­sen eigent­lich bezwe­cken, desto wich­ti­ger wird ein pro­fes­sio­nell gestal­te­ter, expli­zi­ter Kul­tur- und Wert­wan­del-Pro­zess, der alle Betei­lig­ten kon­se­quent mit­nimmt.